Popofick?

“Sex mit Brit” gehört zu den Hobbys der aufgeklärten Tina (Name v. d. Red. geändert). 14 Jahre jung, H2O2-blondierte Haare, Camouflage-Fratze, mehrfach abgelichtet mit Tittenbonus. “Gangbang” oder “Arschfick” - Tina steht vor einer delikaten Entscheidung. Ihrer Freundin Britney (Name v. d. Red. geändert) ist das egal. Ihrem Freund Detlef (Name v. d. Red. geändert) auch. Den drei Gymnasiasten kann nichts promiskuitiv genug sein. Normalität: Tagtäglich suchen pubertierende Nachwuchs-Pornodarsteller den erotischen Kick mit Gleichgesinnten.

BritneyHerangereifte Barbie-Innenarchitektinnen und Modelleisenbahn-Schaffner geben nun Gas: Die Poster der “Backstreet Boys” werden von der Dachboden-Schrägen gerissen. Aus den Lautsprechern dröhnt jetzt “King Orgasmus One” und “Frauenarzt”. Die Duftkerzensammlung muss weichen. Es wird Platz für Dildos, Lustkugeln und Butt Plugs geschaffen. Die bescheidene DVD-Sammlung mit “American Pie”, “Ungeküsst” und “Der Pferdeflüsterer” wird durch “Boschwanza”, “Es wird geschluckt was in den Mund kommt” und “Analstufe Rot 2″ ersetzt. Flokati raus, Leder rein - das rosa gestrichene Kinderzimmer wird zum Pornoset. Was noch fehlt? Ein Camcorder. Dazu wird Papis modernes Postpaid-Handy zweckentfremdet. Das Testosteron fließt. Die Party kann steigen.

Eine Gepflogenheit mit zwei Ausnahmen: Monatsblutung oder Eltern daheim. Im zweiten Fall gibt es Alternativen en masse. So wird die Umkleidekabine bei H&M schnell zum Séparée für Bukkake-Orgien. Auch der Pausenhof schafft Abhilfe:

Detlef R. schrieb
am 11.02.2008 um 22:04 Uhr

ja sicher mal wieder 3er mit der schlampe undso
rawr… können ja in der pause und mo filmt….
obwohl ne keine kostenlose liveshow für alle…

Vermeintlich humoristische SchülerVZ-Gruppen wie “Hey, ich bin Sex. Und wer bist du?”, “Pornokinder” und “Ich bin so happy, ich könnt’ grad ficken.” machen deutlich, dass Liebkosen heute bei weitem nicht mehr ausreicht. Nur warum? “Medien” - lautet die Antwort vieler Sozialpädagogen. Eine Hypothese, die durchaus nachvollziehbar ist: Das Internet bietet Jugendlichen sekundenschnellen Zugang zu den härtesten Pornos, die weltweit organisierte Datenbanken zu bieten haben. Dabei handelt es sich im Regelfall um Netzwerke in Form von Foren, Weblogs sowie Bild- und Videoportale - summa summarum Tauschbörsen für privates, explizit sexuell verherrlichendes Material. Der kostenfreie Austausch ist beliebt. DVDs aus dem Ab-18-Bereich der Videothek um die Ecke leisten sich nur die wenigsten. Das Taschengeld genügt nicht.

PT
Sekundenschneller Zugang zu mehreren Terabyte privaten Pornofilmen

YP
Erwerb von pornografischem Videomaterial im Internet - einfach wie nie

Der exzessive Medienkonsum beschränkt sich aber nicht auf die visuelle Substanz: Auch Porno-Rapper wie Sido oder Frauenarzt bilden eine folgenschwere Komponente. Sie nehmen - trotz massiver Indizierungs-Maßnahmen der BPjM - latenten Einfluss auf die Sexualisierung ihrer Sympathisanten unter 16. Während man von “Gleitcreme”, “Eierlutschen”, “in die Fresse spritzen”, “Arschficken” und “harten Schwänzen” singt, laufen am PC neben der verwaisten Puppenstube Datei-Tauschbörsen und Instant Messenger. Sidos Philosophie grassiert. Vergewaltigung wird zur Gewöhnlichkeit.

Auch die generationsübergreifende, lockere Sexualmoral erfüllt ihren Zweck: Viele Eltern prägen ihre Schützlinge bereits früh. Beschwichtigungstherapie durch Pornografie am heimischen Fernseher, private Peepshows am Kindergeburtstag, permanent wechselnde Geschlechtspartner - die Mutter kann’s sich erlauben: Sie ist frisch geschieden. Ihre ausgelassene Hemmungslosigkeit gibt sie gerne an Ihre Kinder weiter.

Sex mit zehn Männern gleichzeitig ist für die junge Chantal (Name v. d. Red. geändert) normal. Nichts besonderes. Hier überwiegt der verzweifelte Hilferuf nach Anerkennung und Bewunderung: Sie ist beliebt bei ihren Freundinnen. Endlich ist sie jemand. Die Lust auf “Liebe” täuscht über ihre schlechten Schulnoten hinweg. Ihr Abitur wird sie leider nicht schaffen. Egal, das kann man immer wiederholen. Ein Fick ist einzigartig.




 Kommentare

  1. Mirko http://www.unbequem.net/

    In der Tat erschreckend, welche Entwicklungen diese frühpubertären Phasen mittlerweile hervorrufen.

    Dass eine jugendliche Generation für ältere vermeintlich stets “schlimm” ist, ist nichts neues. Der Spruch Sokrates’ über die schlimme Jugend dürfte jedem bekannt sein.
    Doch dies ist bei weitem nicht nur ein Ausdruck der Teenies, sich von der Elterngeneration abgrenzen zu wollen.

    Hier gesellt sich neben die erschreckende Entwicklung der Gewaltverrohung auch die sexuelle Verwahrlosung. Teilweise gehen diese Phänomene Hand in Hand. In den letzten Jahren häuften sich schließlich Berichte über 12-14 Jährige, die andere Jugendliche oder gar kleinere Geschweister vergewaltigten.

    Heutzutage haben es 15 jährige Jugendliche ja scheinbar schon schwer, in der Clique als gleichwertiges Mitglied anerkannt zu werden, wenn noch keine sexuelle Erfahrung vorliegt.
    Früher machte man angeblich Mutproben, um in Cliquen zu kommen. Heute muss man miteinander schlafen.

    Den Begriff “Liebe” kennen wohl viele der Jugendlichen nicht mehr. Heutzutage geht es nur noch um Sex. Teilweise grenzt es fast an Prostitution.

    Ergänzend wäre zu nennen, dass diese Situation angeblich vornehmlich in gesellschaftlichen Schichten mit niedrigerem Bildungsniveau vorkommen. Was natürlich nicht heißen muss, dass es nicht auch an Gymnasien vorkommt - wie man hier vortrefflich sieht. Die falschen Freunde und ein Elternhaus, welches keine Werte vermittelt, können mit der kleinen Zugabe von youporn & co zu einem wahren Pulverfass werden.

    Erschreckend, dass scheinbar zunehmend Eltern nicht in der Lage sind, ihre Kinder zu erziehen. Das Problem der sexualisierten Gewalt ist ja hier nur ein Teilaspekt.

  2. Fareus http://www.politischkorrekt.info/

    Ich vermisse in diesem Beitrag Links, Adressen und Telefonnummern. ;-)

  3. Rainer 

    zitat: Ergänzend wäre zu nennen, dass diese Situation angeblich vornehmlich in gesellschaftlichen Schichten mit niedrigerem Bildungsniveau vorkommen.

    EIne gewagte Aussage, wo ist der Beleg?

  4. Mirko http://www.unbequem.net/

    EIne gewagte Aussage, wo ist der Beleg?

    Es ist in der Tat eine gewagte Aussage, deshalb schrieb ich in meinem Kommentar “angeblich”. Dennoch lässt sich ein solcher Unterton aus Artikeln wie diesem hier herauslesen:

    http://www.stern.de/politik/deutschland/581936.html?nv=ct_mt

    Grüße,
    Mirko


 Kommentieren



XHTML: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>



Captcha

Bitte gib die korrekte Kombination ein:



 Weitere Artikel


« Deutsche Teilung 2.0 
 Allabendlicher Alkoholsuff »