Internet Wars - Kampf zwischen Chinesen und dem Westen läuft

China ist in seiner Würde stark betroffen. Seit langem freut man sich dort auf die festlichen Spiele Olympias. 12 neue Stadien wurden eigens für Olympia errichtet, Chinesen lernen Englisch, lachen und dann kommt das: Unruhen in China rufen Boykottrufe des Westens hervor. Im Internet ist deswegen ein Kampf entfacht worden…

Der englische Wikipediaeintrag zu den Unruhen in China ist der Schauplatz dieses Kampfes.

tastaturChinesen und der Westen versuchen hier, Nachrichten und Quellen gegeneinander auszustechen. Nach den Unruhen wurden westliche Nachrichtensender ausgeschlossen, Journalisten wurden ausgewiesen. Der internationale Sender CNN wurde kurzerhand für kurze Zeit geschwärzt, sodass Bilder von friedlich demonstrierenden Tibetern nicht an die Chinesische Öffentlichkeit gelangen.

Chinesische Bürger überall auf der Welt sehen nun eine Verschwörung des Westens. Am Wochenende demonstrierten deswegen Chinesen gegen Frankreich und dessen Marktkette Carrefour Supermarkt. In Frankreich gelang es Demonstranten vor wenigen Wochen, den Fackellauf erheblich zu stören.

Im Internet tobt der Kampf indes weiter: In dem englischen Wikipediaeintrag zu den Unruhen in China versuchen beide Parteien, die Objektivität und Richtigkeit ihrer Nachrichtensender in den Vordergrund zu rücken. Aufgrund der Einseitigkeit der chinesischen Berichterstattung ist eine Objektivität in diesem Falle jedoch nicht gegeben.

In der Änderungsliste erkennt man, wie hart dieser Kampf geführt wird:

“Change Chinese reference to English, trying again”

Bild 1: titan3025 @ Flickr




 Kommentare

  1. Mirko http://www.unbequem.net/

    Tja, in der Tat eine unschöne Entwicklung. Ich finde, in der Tat sind westliche Medien nicht ganz unschuldig. Ich werfe ihnen nicht vor, zu lügen, weil ich die wahre Situation in Tibet und China nicht kenne, aber eine gewisse einseitige Berichterstattung, besonders zu Beginn der Unruhen und des Fackellaufes, kann nicht abgetan werden.

    Während man nur während des ersten Tages am Rande hörte, dass tibetische Demonstranten chinesische Geschäftsinhaber bei lebendigem Leibe verbrennen ließen, wurde im Gegenzug über die schrecklichen Zustände berichtet, nachdem chinesische Sondereinheiten und Militär einrückten, um die Revolte zu unterbinden.

    Wenn dann noch tagesschau.de hinzu kommt, und der chinesischen Regierung bzw. dem Propagandaministerium vorwirft, die Tagesschau-Umfrage zum Fackellauf bewusst zu fälschen, weil man einige tausend Seitenaufrufe aus China registrierte, kann das Fass dann schonmal überlaufen.
    Und bei letzterem musste ich mir wirklich an den Kopf fassen, als die tagesschau.de Redaktion sogar den chinesischen Botschafter befragte, ob das Propagandaministerium dahinter stecke. Natürlich, muss es ja, schließlich gibt es keinen einzigen mündigen Chinesen, der im Internet surft oder aus Internetforen seine Informationen bezieht.

    Und jetzt mal ehrlich, wer von euch hat noch nie über Dritte oder aus Foren von einer ausländischen Seite gehört, wo man u.U. sogar über etwas abstimmen kann, dessen Inhalt euch irgendwie nicht gefällt? Jetzt sagt nicht, ihr hättet da nie mitdiskutiert oder mitgestimmt…

    Da müssen doch Pressestellen der deutschen Regierung hinter stehen, wenn Ihr sowas macht! Oder etwa nicht…? ;-)

    Tja, Paranoia auf der einen Seite, gekränkter Nationalismus auf der anderen Seite. Eine gefährliche Mischung…

  2. Marik http://www.unbequem.net/

    CCTV9 wird auf Englisch ausgestrahlt, vielleicht ganz interessant mal zu vergleichen was die Westlichen und die Östlichen Nachrichten so wiedergeben
    http://www.cctv-9.com/2005/default.asp?videoName=live&videoSpeed=300


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