Telemonetär: Auf höchstem Niveau gescheitert

Marik hat in seinem Beitrag “Nachts im Teletubbyland…” bereits die Substanz des österreichischen Fernsehsenders Kanal Telemedial behandelt und auf interne Widersprüchlichkeiten in puncto Spiritualität und energiegeladenen Lohntüten hingewiesen.

Doch wer in den letzten Tagen das perfide Programm der spirituellen Telepsychiatrie verfolgt hat, wird festgestellt haben, dass der erleuchtete Guru und Geschäftsführer Thomas G. Hornauer vor laufender Kamera zunehmend in Selbstreflexion verfällt. Hornauer hat den “Glauben an die Menschheit verloren”. Hornauers Konten füllen sich nicht mehr mit Energieausgleichen. Hornauer hat “keinen Bock” mehr auf die “Scheisse”.

Der Intendant macht einen depressiven Eindruck. Seine Enttäuschung über die deutsche Medienlandschaft ist erheblich. Erst 13 Energieausgleiche um 22:37 Uhr? Das macht gerade mal 130 Euro. Wovon soll der ruinierte Programmchef dann leben? Das zentrale Thema “Geld gegen Weisheit” rückt in den Vordergrund. Alle fünf Minuten wird seine Stimme ganz einfühlsam. Es folgt der erneute Aufruf zum Obolus:

“Seien Sie so frei. Gönnen Sie sich den Energieausgleich und gleichen Sie das aus, was Sie konsumieren.”

Free-Pay-TV, so nennt er die unverschämte Abzocke.

Große Pläne hatte der vermeintliche Weltverbesserer: Vereintes deutschsprachiges Europa, ein Medienmonopol, sein genialer Intellekt auf der ganzen Welt, Omnipräsenz der telemedialen Lebensschule, mindestens 6 Milliarden Jünger und damit auch täglich 6 Milliarden Energieausgleiche für die Lehre seiner Dogmen. Ganz lapidar: Die Weltherrschaft.

Dass seine Pläne nicht aufgingen, war bereits zu Beginn seines Karriereabschnitts als Programmchef eines esoterischen Beratungssenders ersichtlich. Der Absprung aus dem Pornografiegeschäft in die meditative Peepshow ohne Blöße kommt einer Drehung um 180° gleich. Folglich verließ Hornauer jeglicher Realitätssinn, nachdem er erkannt hat, dass sich in der unheilvollen Welt nicht alles nur um Fellatio und Sexclips dreht. Die Visionen von einem Leben im Garten Eden schienen zum Greifen nah. Nun musste unter Zuhilfenahme der Medien nur noch die ganze Welt davon überzeugt werden.

Gegenwärtige Gesprächsrunden bei Kanal Telemedial zeigen dabei, dass Thomas Hornauer bereits damit begonnen hat, ausschließlich stark abstrakt zu denken: Telemedialzeit, Wassermannzeitalter, “spiritual business” und Jupiter steht wieder am galaktischen Zentrum. Hornauer lebt in seiner eigenen Fantasiewelt. Er bündelt Esoterik, Astrologie und Gedanken aus der ehemaligen Hippie-Bewegung. Der realitätsfremde Traum von der Utopie bringt ihn zurück auf den Boden der Tatsachen: Der Prophet macht Abend für Abend heftige Wutausbrüche durch. Egozentrisch beteuert er, dass allein seine Mitmenschen am Scheitern seiner Ideen verantwortlich sind. Er habe sein absolut ingeniöses und makelloses Gedankengut mit entgegenkommender Absicht verbreiten wollen. Es wurde nicht angenommen. In Anbetracht der angeblich grenzenlosen Ignoranz der gesamten deutschen Bevölkerung warnt Hornauer vor dem Prinzip des Big Brother. Er merkt jedoch nicht, dass er längst selbst zu einem geworden ist.

Thomas Hornauer gelangt aus Motivationslosigkeit und Verdruß zu einem verzweifelten Hilferuf nach Mündigkeit. Fishing for compliments auf unterstem Niveau. Kurz nach Bekanntgabe seiner Schaffenskrise am 20. April bestätigen die wenigen treuen Anrufer meine Hypothese. Seine Mitleidsnummer zieht. In seiner Melancholie hat er sich eine kleine Fata Morgana geschaffen, eine kleine Ausfahrt aus der grauen Tristesse: Das Telemedial-Dorf in Thailand. Offenbar ein asiatisches Pendant zur Colonia Dignidad. Love, peace and harmony. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Dieses gilt es zu Finanzieren. Es folgt der Aufruf zur großzügigen Spende.

Seien Sie so frei…




 Kommentare

  1. Horst Gutekunst http://www.soglio.comundholographyc-arts.ch

    DER MENSCH UND SEINE NÖTE.

    Wie soll ich sagen bin, dies schon bei der Geburt?
    Vision vom Paradies, das hier im Ring herum ein Jeder scheint’s genießt!

    Viel und tief erfahren Schmerz, den überschrieben hab,
    mit

    „Oben, so wie Unten ist und Links und Rechts“, vom Pfad..

    Struk_tur, in mir die Liebe ist, sie führt mich durch die Welt.

    Der Eindruck, Ausdruck Inn_bild ist, das Tiefe, Tiefe hat.
    Relief die Eindrucksform, das Wesen.
    Engramm, es lebt und webt, mit Bild den Sinn!
    Ihm eingebrannt zu sehen ist, unwandelbar wie’s scheint.

    Doch alles ist aus Licht gemacht, will dort jetzt wieder sein.

    Drum Leut habt Acht, macht den Packt, mit Licht als Schirm dabei.

    Das Licht, in seiner ätherisch Form, ist Gegenwart im SEIN, von Anfang bis zum Ende hin, das wieder Anfang ist.

    Das Licht, das trägt das WORT dahin, wo immer es gezielt.
    Es trifft dann auf den Innern_Sinn, Er_Kenntnis kann nun sein.

    Am Anfang war das Wort, der Sinn das Wort, das bei Dir ist.
    So schöpfst Du, hilft Dir diese Macht, zur All_Gestalt Du bist.

    Das Licht ist ewig zwischen uns, erhellt es unser Leben.

    Wir sagen, leichthals Grüsst Dich Gott“, so zu dem Nachbar hin,
    doch was jetzt meist da hinter steckt, gewöhnlich, ist gemein.

    Nicht wirklich wahrgenommen hat, vergessen Ausdruck ist.
    Ist gut, ein Mensch zu sein!

    …Auch der Hornauer Thomas, er ist ein Mensch, um Mensch zu sein. Kriminelle Egoisten bestimmen diese Welt, sie sind doch nicht sich selbst. Sie machen Krieg zum Geld!

    HorstGutekunst
    gutekunsthorst


 Kommentieren



XHTML: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>



Captcha

Bitte gib die korrekte Kombination ein:



 Weitere Artikel


« Internet Wars - Kampf zwischen Chinesen und dem Westen läuft 
 Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. »