Der braune Sumpf von nebenan

Als „Urlaubsparadies in der Sächsischen Schweiz“ mit „Kinder-Pferde-Freizeit auf dem Bauernhof Fischer“ bewirbt sich die kleine 1600-Seelen Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna auf ihrer Internet-Homepage. Schon fast absurd wirkt dieser skurrile, friedliche Werbeslogan, wenn es um die Realitäten im Dorfe geht. Denn dort herrscht ein ganz anderes Paradies

Kommunalwahl Reinhardtsdorf-Schöna

Eigentlich sollte man Mitleid mit all den NPD-Wählern und ihren kleinen, gescheiterten Existenzen haben. Doch ich kann bei bestem Willen kein Mitleid empfinden, ich empfinde nur Verachtung. Denn statt selbst den Mund aufzumachen und politisch aktiv zu werden, geben sie ausgerechnet denen ihre Stimme, die ihnen die Stimme verbieten und die gesellschaftliche Integrität von innen heraus zerstören wollen. Es geht hier nicht nur um Protestwahl oder das kleinbürgerliche Dasein in Dunkeldeutschland. Es geht hier um Verruf und Zukunft einer gesamten Gesellschaft.

Schon der Philosoph Immanuel Kant prangerte vor fast 230 Jahren die „selbstverschuldete Unmündigkeit“ mit all ihren gesellschaftlichen Folgen, Problemen und Gefahren an.
Der kleine braune Wähler hat wohl rein gar nichts aus der Vergangenheit gelernt. Vermutlich ist er dazu gar nicht imstande. Man müsste ja denken.

Dumm ist, wer dummes tut. Wird sich ein solches Image wohl auf die Touristenzahlen auswirken?




 Kommentare

  1. Simon http://www.de

    “Sapere aude”.

    Hat immer noch nichts an Aktualität eingebüßt, eher im Gegenteil.

  2. thomas http://www.info

    Haben Sie sich schon mal Gedanken darum gemacht, warum gerade hier so gewählt wird ? Ich denke, dies ist eine konsequenz aus der verfehlten Politik der letzten 15 Jahre. Denn Linke kennt man, CDU kennt man, haben sich beide danebenbenommen, ergo müssen die Stimmen woanders hin, die weniger geistig betuchten lassen sich halt leichter einfangen und landen bei braun, denn die tun was für ihre Wähler, und wenn es nur Schießspiele im Wald sind. Da wo noch was im Kopf ist, das geht zu den freien Wählern. Im westlichen Teil dürfte dann demnächst mit 30% die Linke stehen, die ist hier noch nicht so bekannt, ist das dann besser ?

  3. gorf goes climbing 

    MOMENT:
    Reinhrdsdorf-Schöna ist nicht unbedingt der rechte Sumppf, so wie er dargestellt wird: Es geht dort z.T. nicht primär um die NPD als Partei sondern vielmehr um den Kandidaten der NPD, der im Ort angesehen und als guter Nachbar anerkannt ist, aber leider für die NPD kandidiert. Dieser Fakt dürfte etwa die Hälfte der Stimmen für ihn ausmachen; ABER: Es gibt in Schöna und in der Sächsischen Schweiz eine solide Stammwählerschafft der NPD, die nicht durch Protestwähler zu erklären ist.

    Das Problem ist das die NPD mit populistischen Themen wie hohen Benzinpreisen, Grenzkriminalität etc., die nicht primär mit der eigentlichen nationalistischen Kernideologie zu tun haben, bei der Bevölkerung punktet und Stimmen fängt.
    UND: Wer einmal NPD wählt, der informiert sich über die anderen Inhalt dieser “Partei” und kann so mit nationalsozialistischem Gedankengut infiziert werden.
    Dieser Prozess muss gestoppt werden. Der “nette Nachbar” ist nun mal NPD-Mitglied und damit ein Feind der Demokratie. Das muss den Einwohnern dieser Region klar werden. Die NPD kann kein Protest sein, die populitischen Forderungen sind nicht zu erfüllen!

    Leider ist es so das die NPD als einzige “Partei” in der Sächsischen Schweiz aktiv Wahlkampf betrieben hat; alle anderen waren vor der Wahl eher passiv. Auch die Antifa und verschiedene Organisationen waren nicht präsent genug bzw. es war ihen unmöglich, etwas zu unternehmen, weil sie ´von der NPD bedroht wurden.

    Die Lösung muss eine stärkere politische Präsenz, gerade in den Hochburgen der Nazis sein, damit die BürgerInnen wieder politisch aktiv werden. DENN: die Wahlbeteiligung war auch nicht gerade hoch.

    Zuletzt noch ein Hinweis:
    Bitte, stellt diesen Ort und die Region nicht einseitig als Nazilandschaft dar. Gerade in der Sächsischen Schweiz gibt es eine Menge kluger, alternativer, bürgerlicher, eben demokrtischer Kräfte.
    Die alternative Kletterszene (zu der ich mich wohl zählen darf) engagiert sich gegen Nazis und versucht auch, mit den BürgerInnen ins Gespräch zu kommen. OFT WIRD KLAR: Zu niedrige Tourismuseinnahmen treiben viele Einwohner an den Rande der Existenz. DAHER: Tourimus ist wichtig, und wer versucht, Touristen aus dieser Region fern zu halten, der hilft NUR den Nazis!


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