Tag
Börsengang der Bahn? - Nein danke!
Die Deutsche Bahn unter Hartmut Mehdorn drängt an die Börse. Neues Kapital soll der Verkauf von Aktien in die Kassen spülen, neue Möglichkeiten für den härter werdenden Wettbewerb auf der Schiene und die Profitgier im Kreise Erlesener.
Doch um welchen Preis? Die DB AG muss börsenreif sein. In die schwarzen Zahlen, in die Gewinnzone. Um dieses Ziel zu erreichen, greift die Bahn zu harten Bandagen: Stillegung abgelegener und unprofitabler Strecken, Personalabbau, Rationalisierung im Nah- und Billigsektor zugunsten des ICE-Prestigeprojekts, mangelnde Investitionen in Infrastruktur und Modernisierung. Profiteur sind lediglich Mehdorns feuchte Börsenträume, die Leidtragenden allerdings diejenigen, die der Bahn am wichtigsten sein sollten: Ihre Kunden.
Thank you for travelling with Deutsche Bahn²
Donnerstag Abend, 16.10.2008.
Ich stehe auf die Minute genau pünktlich am Bahnsteig, doch irgend jemand kommt nicht:
Der Zug.
Eine geschlagene viertel Stunde später fährt endlich der Regionalzug ein. Just in diesem Moment ertönt die Lautsprecherdurchsage: “Die Regionalbahn (…) verspätet sich um etwa 28 Minuten“.
Kann ja mal passieren, denke ich mir.
Kurz hinter dem Bahnsteig stoppt der Zug erneut, auf offener Strecke mitten in der Dunkelheit. Nach mehreren Minuten Wartezeit geht’s endlich gemächlich weiter. Am Durchgang vor der Ausstiegstür beginnt ein älterer Herr zu hyperventilieren. Zu seinem Glück ist ein Sanitäter anwesend, der ihn beruhigt.
Kurz vor Einfahrt in den münster’schen Hauptbahnhof ertönt die Durchsage im Zug: “Der Anschlusszug (…) nach Dortmund fährt um 19.33h“. Leider fährt der Zug erst 19.36h in den Bahnsteig ein. Schade.
unbequem.net richtet ab sofort ein Spendenkonto ein, um ein Zeitmanagement-Seminar für Bahnbedienstete zu finanzieren. Weitere Daten auf Anfrage.





