Tag
Freitod digital. Ein Besuch in der Parallelwelt…
“Hallo! Ich würde gerne meinem Leben ein Ende setzen.”
Hilfesuchend wendet sich Tobias (17 Jahre) an die Experten in einem Selbstmordforum. Die Experten? Das sind die, die es versucht haben. Die, die mit 20 Gramm Phenobarbital und im schweren Koma auf der Intensivstation gelandet sind. Das sind die Spezialisten, bei denen 150 Aprikosenkerne nicht zur Cyanid-Vergiftung ausgereicht haben. Sie sind die sachkundigen Ansprechpartner, die daneben geschossen haben. Bedauerlich.
“Heil dir, Kamerad!”
Joseph G. schrieb
am 02.02.2008 um 12:27 UhrWenn ich das seh, werd ich echt sauer,
Polackenlümmel schreien White Power!
Oh wie ich dieses scheiss Volk hasse,
seit wann gehören Polacken zur arischen
Rasse!?
Fassungslos lasse ich mir die Worte des jungen Joseph G. (Name v. d. Red. geändert) aus einer sächsischen Kleinstadt bei Leipzig auf der Zunge zergehen. Kein Einzelfall: Soziale Netzwerke wie SchülerVZ tragen längst nicht mehr das scheinheilige Image pädagogisch angehauchter Kommunikationsplattformen für Heranwachsende der Web 2.0-Generation.





