Tag
“Zu Gast bei Freunden”?
Heute Abend steht das UEFA EURO-Halbfinalspiel zwischen Deutschland und der Türkei an, Anpfiff um 20.45h.
Seit fast einer Woche wird gemunkelt, was alles passieren könne. Besonders unseren türkischen Mitbürgern wird dabei teils ein enormes Gewaltpotential zugeschrieben. Passt ja zum Vorurteil.
So rüsten sich Polizei, Politiker, Geschäftsinhaber und Anwohner für den heutigen Abend. Die Angst: Ausschreitungen zwischen deutschen und türkischen Fans, egal wer gewinnt oder verliert.
Doch mitnichten geht die Gefahr von Türken aus.
Während der letzten EM-Wochen gab es von türkischer Seite kaum bis keine nennenswerte Ausschreitungen in Deutschland. Von deutscher Seite jedoch schon.
Auch ranghohe Polizisten äußern sich ähnlich: Man habe nicht Angst vor Türken, sondern vor Ausschreitungen alkoholisierter deutscher Fußballfans, so zum Beispiel aus Münster in den Westfälischen Nachrichten vom 24. Juni.
Besonders die rechte Szene freut sich auf den heutigen Abend. Sowohl rechtsextreme Kreise, NPD-nahe Seiten als auch das rassistische Hetzblog pi-news.net werben teils deutlich, teils indirekt (oder über Leserkommentare) für einen deutsch-türkischen Bürgerkrieg nach dem heutigen Fußballspiel.
Leider passt das alles gar nicht in unsere schöne Welt von Vorurteilen. Plötzlich sollen Türken friedlich sein, Deutsche die bösen? Kann doch nicht sein… oder doch? Scheinbar schon. Hoffen wir auf das beste. Und dass endlich jemand diese hirnlosen, braunen Scheißer aus dem Verkehr zieht.
Weitere Infos: http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/meldungen/neonazis-vor-tuerkei-spiel/
Der braune Sumpf von nebenan
Als „Urlaubsparadies in der Sächsischen Schweiz“ mit „Kinder-Pferde-Freizeit auf dem Bauernhof Fischer“ bewirbt sich die kleine 1600-Seelen Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna auf ihrer Internet-Homepage. Schon fast absurd wirkt dieser skurrile, friedliche Werbeslogan, wenn es um die Realitäten im Dorfe geht. Denn dort herrscht ein ganz anderes Paradies…
Hass spaltet.
“Unsere Generation wird eines Tages nicht nur die ätzenden Worte und bösen Taten der schlechten Menschen zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der Guten.”
Heute gedenkt das unbequem-Team mit den Worten von Martin Luther King fünf Opfern, die am 29. Mai 1993 beim “Mordanschlag von Solingen”, einem von Rassenhass und beispielloser Feigheit geprägten Attentat, ums Leben kamen. Ebenso sind wir in Gedanken bei den Hinterbliebenen, die auch 15 Jahre nach der unbegreiflichen Tat noch unter den körperlichen sowie seelischen Spätfolgen des neonationalsozialistisch motivierten Brandanschlags leiden.
Inzwischen hat sich leider herausgestellt, dass Solingen nur der Anfang vom Ende war. Seither gab es und gibt es immer wieder zahlreiche Übergriffe, die auf die von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gelenkte blinde Skrupellosigkeit vieler Neonazis zurückzuführen sind.
Wir verbleiben mit Fassungslosigkeit über jene sinnlose Taten, die nicht in Worte zu fassen sind. Wir rufen alle Leser und befreundeten Blogger dazu auf, anders zu denken.
“Heil dir, Kamerad!”
Joseph G. schrieb
am 02.02.2008 um 12:27 UhrWenn ich das seh, werd ich echt sauer,
Polackenlümmel schreien White Power!
Oh wie ich dieses scheiss Volk hasse,
seit wann gehören Polacken zur arischen
Rasse!?
Fassungslos lasse ich mir die Worte des jungen Joseph G. (Name v. d. Red. geändert) aus einer sächsischen Kleinstadt bei Leipzig auf der Zunge zergehen. Kein Einzelfall: Soziale Netzwerke wie SchülerVZ tragen längst nicht mehr das scheinheilige Image pädagogisch angehauchter Kommunikationsplattformen für Heranwachsende der Web 2.0-Generation.





