Über uns
Kritik an der Urteilskraft der Blogger
Die journalistische Arbeit ist klar strukturiert: Informationen werden gesammelt und danach so umgeformt, dass eine eigene, fundierte Meinung daraus entstehen kann. Dazu haben die großen Nachrichtensender und Zeitungen Korrespondenten überall auf der Welt, welche Informationen und Geschichten suchen und filtern. Durch diese Vielzahl an Personal und auch finanziellen Mitteln ist es dieser Form des Journalismus möglich, einen eigenen - qualitativ hochwertigen - Artikel zu erschaffen. Informationen werden aus erster Hand besorgt, Geschichten so quasi aus dem Nichts erhoben. Sei es eine Bombenexplosion in Beirut oder ein kleiner Bär in Berlin, allein durch die Kraft der Medien finden Geschichten so den Weg in die Diskussionen auf der Straße und in die Köpfe der Menschen.
Einem Internetblogger ist die Recherche in diesem Maße nicht möglich. Er kann lediglich bereits gesammelte Informationen weiter umformen. Dazu bedient er sich an den Weiten des Internets, an Zeitungen und am Fernsehen. Allein durch investigationshungrige Journalisten auf den Straßen Beiruts oder in der Nähe eines Berliner Bären ist es dem Internetjournalisten möglich, seine eigene Meinung kundzutun. Diese ist gerade durch die Abhängigkeit unsererseits von den Medien jedoch sehr leicht zu beeinflussen. Auf das aktuelle Tagesgeschäft der Politik, Medien und Gesellschaft können wir als Blogger nur reagieren. Den wahren Aktionsradius in diesem Sinne haben lediglich die großen Nachrichtensender.
Die Struktur der Arbeit eines Bloggers ist der eines Journalisten ähnlich. Auch er recherchiert nach Informationen, auch er ist an der Wahrheit interessiert, auch er will seine Geschichten an den Mann bringen und so Menschen aufklären. Der Ausgangspunkt einer journalistischen Arbeit ist bei Bloggern jedoch grundlegend verschieden: Wo Journalisten der Zeit sich auf die Augenzeugen einer Bombenexplosion verlassen müssen, müssen sich Blogger auf die Aussagen der Journalisten der Zeit verlassen können.
Der Anspruch eines Blogs ist demzufolge auch ein völlig anderer. Blogger verkünden ihre Meinung, Blogger diskutieren über interessante Themen. Blogger haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, keinen Anspruch auf Komplexität oder gar Richtigkeit. Dies muss der Anspruch der professionellen (?) Journalisten sein. Allein auf ihre fundierten Berichte begründet sich die Bloggerszene, welche per se lediglich das Sprachrohr einer mündigen Gesellschaft darstellt.
Über unbequem
Die Aufgabe, der wir als Blogger von unbequem.net nachgehen wollen, ist folgende: Wie können wir als mündige Bürger aufgrund weitreichender Recherche zu einem fundierten Urteil kommen? Diese Aufgabe verlangt mitunter eine unbequeme Sichtweise der Dinge, welche wir uns als freie Journalisten gerne stellen.
Die Frage nach Transparenz, Glaubwürdigkeit und unverblümter Kritik gilt es für uns ständig auf’s Neue zu beantworten.
Natürlich sind wir hierbei nicht immer gleicher Meinung. So spiegelt jede Veröffentlichung primär die Meinung des Autors und nicht des gesamten Teams wider. Wir bitten also darum, unser Team nicht als Kollektiv, sondern als eine Vereinigung von Individuen zu sehen.
Viel Spaß beim Lesen dieses Blogs.
Der Autorenkreis von unbequem: Fünf motivierte Abiturienten aus Münster





